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n diesem Teil der Reportage erklärt uns der Faqih Ebubekir Sifil den Begriff der Bidah. Hier der dritte Teil unserer Reportage mit Ebubekir Sifil:

Der 3. Teil der großen Reportage von Selim Akduman mit Ebukekir Sifil geht weiter. Im 1. Und 2. Teil wurden der Kulturimperialismus und sein Einfluss mit Herrn Sifil  besprochen, welcher äußerte, dass das Gehirn der islamischen Welt durch Begriffe durcheinander ist.

Sifil äußerte weiterhin, dass unser Band zur Sunnah durch den Begriff „Historik“ getrennt wurde, und sagte:  „Durch den Einzug des Begriffes der „Historik“, welcher ein Produkt des Kulturimperialismus ist, in unser Leben  wurde unsere Sichtweise den Dingen gegenüber verändert und unser Band zur Sunnah wurde getrennt.“

Selim Akduman: Sie haben in verschiedenen Schriften den Begriff „Bidah“ thematisiert. Besonders bei dem Thema „Tasbihat“ sagten Sie, dass diese eine Bidah darstellen, weil sie eine Sunnah aufheben. Würden Sie uns erklären was „Bidah“ bedeutet?…

Ebubekir Sifil: Die „Bidah“ ist ein Thema, welches man umfangreich behandeln soll. Ich verfasste bezüglich dieses Themas ein paar Schriften. Natürlich versuchte ich es in dem Rahmen zu erklären, den mir ein Zeitungsartikel ermöglicht. Kurzgesagt ist eine „Bidah“: Jede Aussage, Überzeugung, Verhaltensweise und Haltung die den Praktiken des Propheten, seiner Ashab oder den Praktiken, die auf Quran und Sunnah basieren, widerspricht, ist eine Bidah.

Der Maßstab ist folgender: Damit etwas zur Bidah wird, darf es nicht im Quran, der Sunnah, bei den Ashab oder bei den Regeln der Shariah, welche aus dem Allgemeinen der Quellen abgeleitet werden, vorkommen…

Selim Akduman: Soweit wir uns erinnern redeten Sie auch von guten Bidah. Was ist eine gute Bidah?

Ebubekir Sifil: Ja, ich komme nun zu diesem Thema. Also wenn etwas dem Quran, der Sunnah, dem Verständnis der Ashab oder den islamischen Regeln, die den drei Quellen entspringen, widerspricht, dann ist dies eine Bidah.

Jedoch, wie bezeichnen wir etwas, was in der Zeit des Propheten und der Ashab nicht vorhanden war, was aber auch keinen Widerspruch zu einem Vers aus dem Quran, einem Beweis aus der Sunnah oder einem Beweis der islamischen Regelen darstellt? Der Gesandte Allahs sagte: „ Was die Muslime als schön empfinden, ist auch bei Allah schön.“ Also solange die Muslime ihre islamische Aqidah und Sensibilität diesbezüglich bewahren, so sind neue Praktiken die sie anwenden zeitlich gesehen eine Bidah, aber eine gute  Bidah. Also aus dem Aspekt, dass sie später entstanden sind, sind sie eine Bidah. Jedoch widersprechen sie dem? Nein. Und darum nennt man sie gute Bidah. Eine schlechte Bidah ist auch nach dieser Epoche entstanden, aber sie stellt einen Widerspruch zum Quran, zur Sunnah oder zu einigen Punkten dieser Quellen dar. Und diese nennt man schlechte Bidah.

Wenn wir das Thema nun betrachten bleibt die Frage wie das Urteil bezüglich der Tasbihat lautet? Wir wissen, dass der Gesandte Allahs und seine Ashab keine Sunnah-Gebete im Masjid verrichteten. Sie beteten die Sunnah Gebete zu Hause und kamen dann ins Masjid, um die Fardh zu beten. Auch die Sunnah nach dem Fardh beteten sie wieder zu Hause. Auf den Ratschlag unseres Propheten ( „Verwandelt eure Häuser nicht zu Grabstätten“) hin beteten die Muslime gewöhnlich zu Haus. Dass die Sunnah zu Hause gebetet werden ist eine allgemeine Praxis. Und darum wurden auch die Tasbihat nach den Gebeten zu Hause erledigt.

Selim Akduman: Also reden Sie von Tasbihat, die man allein praktiziert.

Ebubekir Sifil: Ja, sie wurden allein ausgeführt. Sie beten die Sunnah (zu Haus) oder sie beten die Fardh und danach die Sunnah (zu Haus) und anschließend rezitiert man die Tasbihat. Sagen wir mal sie leben heutzutage in einer 15 Millionen Stadt wie Istanbul. Ihr Heim ist auf der einen Seite und ihr Arbeitsplatz auf der anderen Seite Istanbuls. Sie haben nicht die Möglichkeit die Sunnah vor oder nach dem Fardh zu Hause zu beten. Was können Sie tun? Die Sunnah Gebete vor und nach dem Fardh in der Moschee zu beten. Und was machen Sie mit den Tasbihat? Entweder machen Sie sie zu Hause, auf der Arbeit oder in der Moschee. Aus diesem Aspekt ist dies eine Bidah. Also die Sunnah Gebete vor und nach dem Fardh in der Moschee zu beten ist eine Bidah. Aber eine gute Bidah, die aus Notwendigkeit entsteht. So ist es jedenfalls besser als gar nicht.

Selim Akduman: Sie sagten, dass diese Bidah eine Sunnah aufhebt?

Ebubekir Sifil: Ja, jedoch ist es Ihnen nicht möglich. Ansonsten können Sie die Sunnah nicht einhalten. Also wer die Gelegenheit hat die Sunnah Gebete zu Hause zu verrichten, der sollte diese dort beten. Das ist die Sunnah bzw. die Praktik des Propheten und seiner Ashab. Was soll die Person machen wenn sie diese Möglichkeiten zu Hause und im modernen Leben nicht findet? Er soll sie in der Moschee beten. Es ist besser sie dort zu verrichten als sie gar nicht zu verrichten. Das Gleiche gilt für die Tasbihat. Also, wenn jemand die Gelegenheit hat sie auf der Arbeit zu verrichten, soll er sie dort beten und wenn nicht, dann soll er sie in der Moschee verrichten.

Selim Akduman: Also meinen Sie, dass es besser ist sie in der Moschee zu verrichten als gar nicht?

Ebubekir Sifil: Genau so ist es.

http://www.darulhikme.org.tr/?sf=haber&haberid=355&ktg=5

 

Übersetzt von Sadiq al-Muharib

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