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Al-Qahtani, der unbekannte Anthropomorphist. Autor von den Wahhabitischen Psalmen

Die Wahhabis benutzen oft ein Gedicht, von einem so genannten “al-Qahtani” um ihre Lehre zu propagieren, denn dieses Gedicht die wesentlichen Punkte des Anthropomorphismus, welchen die Wahhabis mit Leib und Seele verbreiten, beinhaltet.
 

Der Verfasser von diesem irrführenden Gedicht ist aber unbekannt. Die Wahhabis hatten bei der Edition dieses Gedichtes ein echtes Problem, denn sie fanden keine Biographie dieses “Qahtani”, bis sie auf den Lebenslauf von einem Andalusischen Gelehrten aufstießen, so haben sie einfach dieses anonyme Gedicht diesem Gelehrten zugeschrieben, welcher es aber nie verfasst hat.

 

Dieser Andalusischer Gelehrte kann nicht de Verfasser von diesem Gedicht, in welchem der Autor den Imam al-Ash‛ari sowie seine Schüler beschimpft, sein.

 

Und hier sind die Beweise für diese Aussage:

 

-Erster Beweis: Der Autor widerlegt Abi al-‛Alā‛ al-Ma‛arri.

 

Der Namenlose Autor sagt in seinem (Spott)gedicht:

 

من قال في القران ما قد قاله ** عبد الجليل وشيعة اللحيان

 

فقد افترى كذبا وأثما واقتدى ** بكلاب كلب معرة النعمان

 

خالطتهم حينا فلو عاشرتهم ** لضربتهم بصوارمي ولساني

 

تعس العمي أبو العلاء فانه ** قد كان مجموعا له العميان

 

Wer über den Koran, das sagt, was

 

Abd Al Dschalil und seine gruppe behaupteten

 

So hat er gelogen und gesündigt und zählte zu denjenigen

 

die dem Hund der Hunde von Ma‛arrat An-Nu‛mān folgten (ein Ort)

 

Ich traf sie kurz, hätte ich aber unter ihnen gelebt

 

So hätte ich sie mit meinem Schwert und Zunge geschlagen

 

Verpönt ist der Blinder Abu al-‛Alā’, denn bei Ihm

 

Trafen sich die beiden Arten von Blindheit zusammen

 

Hier sieht man, dass der anonyme Autor dieses Gedichtes den Dichter Abu al-A‛ala al-Ma‛arri, welcher häretische Meinungen bezüglich des Korans vertrat, beschimpft. Der Zusammenhang dieser Verse sagt uns auch, dass in der Zeit, in der dieser Autor diese Zeilen schrieb, war al-Ma‛arri schon verstorben, da über ihn in der Vergangenheitsform erzählt wird. Das Problem ist aber der Autor kann nicht Abu Muhammad bin Salih Al-Qahtani wie die Wahhabis verfälscht haben, weil dieser Andalusischer Gelehrte im Jahre 383 n.H. gestorben ist. (Siehe Imam adh-Dhahabi, Tarikh al-Islam, die 39. Generation, Kapitel über die Verstorbenen im Jahr 383). In einer anderen Überlieferung starb er im Jahr 379.

 

Abu al-‛Ala’ al-Ma‛arri ist aber im Jahre 363 n.H. geboren. (Siehe seine Biographie bei Ibn Qunfud “al-Wafi bi-l-Wafayat”; und bei az-Zirkli, 1/157, Beirut, 1980, Dar al-Ilm).

 

Also es ist unmöglich, dass der Autor von diesem Gedicht Abu Muhammad bin Salih Al-Qahtani al-Maliki al-Andalusi sein kann.

 

Und auch wenn wir annehmen würden, dass der Autor tatsächlich Abu Muhammad bin Salih Al-Qahtani wäre, dann sollte Abi al-‛Alā’ al-Ma‛arri in diesem Fall 20 Jahre alt sein (nach der anderen Todeszeitangabe 16 Jahre alt sein), als Abu Muhammad b. Salih Al-Qahtani das Gedicht in den letzten Tagen seiner Lebzeiten verfasst hat.

 

Aber die Tatsache, dass im Gedicht über al-Ma‛arri in der Vergangenheitsform geredet wird, zeigt uns deutlich, dass der Autor unbedingt nach dem Tod von al-Ma‛arri gelebt haben soll, und das schließt endgültig Abu Muhammad bin Salih Al-Qahtani als möglicher Autor.

 

-Zweiter Beweis: Seine Lehrer und Schüler.

 

Die Schuyukh und die Schüler von Abu Muhammad bin Salih Al-Qahtani zeigen uns, dass er nicht einer von den Gegnern von der Asch‛ari war.

 

Über seinen Scheikh Ibn al-A‛rabi sagt Imam adh-Dhababi:

 

ابن الاعرابي * أحمد بن محمد بن زياد بن بشر بن درهم، الامام المحدث القدوة الصدوق الحافظ، شيخ الاسلام، أبو سعيد بن الاعرابي البصري الصوفي، نزيل مكة، وشيخ الحرم

 

Ibn al-A‛rabi Ahmad b. Muhammed b. Ziyad b. Bichr b. Dirham, Der Imam, Hadithgelehrter, der Vorbildliche, der Vertrauswürdige, der Hafiz, Scheikh al-Islam, Abu Sa‛id b. al-A‛rabi, al Basri as-Sufi, der Bewohner und Scheikh von Mekka. (1)

 

Ferner sagte Imam adh-Dhahabi :

 

وكان رحمه الله قد صحب الجنيد، وأبا أحمد القلانسي

 

Er hat, möge Allah mit ihm barmherzig sein, den Dschunayd und Aba Ahmad al-Qalanasi begleitet.

 

Und wir wissen, dass Imam al-Dschunayd und al-Qalanasi zwei große Gelehrten von Ahl at-Tasawwuf waren. Wie kann Abu Muhammad bin Salih Al-Qahtani der Autor von diesem irrführenden Gedicht sein, obwohl er einen Sufi als Scheikh hatte, der selber auch bei Sufis studierte, deren Aqida keinen Unterschied zu der von Imam al-Asch‛ari aufweisen.

 

-Dritter Beweis: Die Behauptung, dass er gegen Asch‛ariten debattiert hat.

 

Der unbekannte Autor behauptet, dass er mit den großen Gelehrten der Ashaariyya debattierte und dass er sie angeblich bei der Diskussion besiegt hat. Von so einem Ereignis erzählt uns aber kein einziges Geschichtsbuch. Die Gelehrten der Ahlu Sunnah (Ashaariyya) sind sehr bekannt und ihre Biographien sind überall zu finden, trotzdem kein einziger Gelehrter sowohl von den Ashaariya als auch von den Sekten, hat jemals von den Debatten, die dieser (Gespenst) Gelehrter gegen die Ashaariya gewonnen hat.

 

Die Wahhabis können keine Debatte zwischen diesem angeblichen Qahtani und den Gelehrten der Ashaariyya beweisen. Aus dem einfach Grund, dass dieser Qahtani, und zwar der Andalusier, nichts mit dem irreführenden Gedicht zu tun hat.

 

Ich fordere allen Wahhabis, dass sie uns nur eine einzige Überlieferung in irgendeinem Geschichtsbuch bringen, wo man von den gewonnen Debatten dieses Qahtani gegen die Ashaaria erzählt wird.

 

-Vierter Beweis: Die Überlieferung von al-Hakim an-Nisapuri von al-Qahtani al-Maliki.

 

Es ist bekannt, dass Al-Hakim an-Nisapuri zu den großen Hadithgelehrten der Ahlu Sunnah gehört, bekannt ist auch, dass er ein Ashaari war. Al-Hakim hat aber von dem andalusischen al-Qahtani überliefert. Wenn der andalusischer Qahtani so fanatisch gegen die Ashaariyya war, dann warum überliefert al-Hakim von ihm? Oder hat er das nicht gewusst.

 

-Fünfter Beweis

 

Kein Geschichtschreiber und Gelehrtenbiograph hat das Gedicht “an-Nuniyya” zu diesem Gelehrten zugeschrieben.

 

Aber merkwürdigerweise benutzen die Wahhabis dieses anonymes Gedicht als Haupttext in ihrer Kritik zu Ahlu as-Sunna (die Ashaariyya). Ihre Munschid singen es, man verteilt es konstenlos, ja sogar man kommentiert es….die Wahhabies lieben das Gedicht….jedoch wissen sie nicht wer das geschrieben hat.

 

Wa ila allah al-mushtaka

 

Wa salamu alaykum wa rahmatu allah
(1) Bemerke, dass Imam adh-Dhabi Scheikh al-Islam zu einem Sufi sagt. Das ist wieder ein Beweis gegen die Wahhabiyya, die die Ahlu Tasawwuf als Herätiker bezeichnen, wobei die Klassischen Gelehrten nicht dieser Ansicht waren.