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Die erlogene Geschichte über Imam Ibn Furak

Um die Stellung von Imam Ibn Furak in Frage zu stellen, zitieren manche Wahhabis die folgende Aussage von Imam Adh-Dhahabi:

Abu al-Walid al-Bājī überlieferte, dass der Sultan Mahmud ihn (Ibn Furak) über den Gesandten Allāhs, Allāhs Segen und Heil auf ihn, befragte, woraufhin er antwortete: “Er war der Gesandte Allahs. Heute aber, nicht mehr!”. Er der Sulṭan befahl ihn mit dem Gift zu töten.
 
Erstens das Zitat stammt nicht von Imam al-Badschi sondern von Ibn Hazm, wie Imam as-Subki korrigiert hat.
 

Als Antwort auf diese Geschichte schrieb Imam as-Subki in seinem Werk Tabaqat ash-Shafi’iyya:

…dass der Sultan die Tötung von Ibn Furak befohlen hat, dann hat er ihn begnadigt usw. bis zum Ende der Geschichte ist eine abscheuliche Lüge, deren Unwahrheit offenkündig ist und zwar aus verschiedenen Aspekten.
 

Ibn Furaq glaubt selber nicht an was man ihm zugeschrieben hat, sondern er spricht Takfir über die Person, die sowas sagt. Wie kann es denn sein, dass er etwas bestätigt, was er selber als Kufr erklärt. Und wenn er nicht selber zugestehen hätte, dann wie könnte der Sultan befohlen haben, dass man ihn töten sollte.

 

Und wir haben Imam Abu al-Qasim al-Qushayri und er ist einer der nächsten zum Imam Ibn Furak, jedoch hat er diese Geschichte nicht überliefert, sondern er sagte, wer sowas zu den Ashaariten zuschreibt, der hat eine große Lüge über sie verbreitet. Er sagte auch, dass keiner von den Ashaaris sowas behauptet.

 

Und nehmen wir an, Imam Ibn Furak hätte zugegeben, dass er sowas glaubt. Wie kann es sein, dass man die Todesstrafe  durch  das Schwert nicht vollzogen hat, nur weil er alt war. Hat jemals ein Muslim gesagt, dass der hohe Alter ein Hindernis der Tötung mit dem Schwert  bei den bekannten Personen wäre. Ist sie überhaupt ein Hindernis?

 

…war Imam Ibn Furak nicht in ganz Khorasan und Irak bekannt, haben seine Schüler nicht alle Ecken der islamischen Welt erreicht? es ist für wahr nur eine Übertreibung von Ibn Hazm(1)

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Imam Ibn Assakir erwähnt, dass Imam Ibn Furak auf eienr Reise vergiftet wurde, aber das war von Mubtadi’a (Sekten) die ihn hassten, und nicht von einem Sultan wie es in diesem Märchen steht.

Imam as-Subki schrieb in dem oben erwähnten Werk:

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Imam In Furak war wie wir schon erklärt haben ein strenger Verteidiger des Din. Gegen die anthropomorphistische Karramiya Sekte hat er Pfeile geschossen, welche sie nicht abwenden konnten. Aus diesem Grund haben die Karramiya gegen ihn einen Bund gebildet und haben versucht ihn zu widerlegen, jedoch hat er sie ständig besiegt. So war ihre letzte Intrige, dass sie zum Sultan Mahmud b. Sabketkin gesagt haben: Dieser, der uns in deinen Sitzungen widerlegt, hat eine größere Bida und Kufr. Und zwar weil er glaubt, dass der Gesandte Allahs salla allahu alayhi wa-sallam jetzt kein Prophet mehr ist und dass seine Botschaft mit seinem Tod beendet wurde. So verlangten sie vom Sultan, dass er ihn (Ibn Furak) befragen soll. Der Sultan sagte, wenn sowas stimmt, werde ich ihn töten. So hat er befohlen, dass man Ibn Furak zu Ihm bringt.

 

Durch die Überlieferung der Scharfsinnigen, welche wissen, was sie überhaupt überliefern und welche Allah fürchten, wenn sie urteilen, steht bei uns fest, dass der Imam Ibn Furak diese Aussagen, was man ihm zuschrieb, verleugnet hat, als er (vom Sultan) gefragt wurde. Danach hat er die Meinung der Ashaariyya erklärt, und zwar dass unser Prophet salla allahu alayhi wa salam wortwörtlich lebendig in seinem Grab bis zum Ende des Diesseits ist und dass er ein Prophet war, schon als Adam noch Ton und Wasser war, und dass seine Botschaft ewig ist.

Als der Sultan das gehört hat, befahl er, dass man den Imam belohnt und gut behandelt und erlaubt ihn nach seiner Heimat zurückgehen.
 

Als die Karramiya die Hoffnung verloren hat, haben ihn vergiftet, so starb er als Schahid.(2)

Die Bücher von Ibn Furak sind noch da und man kann nachschlagen, was seine Meinung war. Es genügt , dass sein Schüler Imam al-Qushayri das negiert hat, für die Wahrheit Suchenden.

N.B: Die Stellen wo harte Worte gegen Ibn Hazm und Dhahabi seitens Imam As-Subki stehen, habe ich weggelassen.

(1) Imam as-Subki, Tabaqat ash-Shafi’iyya,  Verlag Hadschar li-Tiba’a, 1413, Band 4 S.132 f.

(2) Imam as-Subki, Tabaqat ash-Shafi’iyya,  Verlag Hadschar li-Tiba’a, 1413, Band 4 S.131.